Flåmbahn · StreckenverlaufDie Strecke
Zwanzig Kilometer, 865 Höhenmeter, keine Zahnstange. Die Flåmbahn gewinnt ihre Höhe mit engen Kurven, zwanzig Tunneln und einer Wende im Inneren des Berges. Hier steht, was du unterwegs wo siehst.
- Flåm 2 m
- Berekvam 344 m
- Kjosfossen 670 m
- Vatnahalsen 811 m
- Myrdal 867 m
- Steigung
- 55 ‰
- Tunnel
- 20
- Kleinster Radius
- 130 m
- Gebaut
- 1923–1940
Geprüft am 21.09.2026 · Quellen: Flåmsbana AS, Norway’s best, Bane NOR · Foto: Karen, CC BY 2.0
Flåmbahn-Streckenverlauf als Karte: das Höhenprofil
Eine Landkarte zeigt bei dieser Bahn wenig – das Tal ist schmal, die Strecke windet sich darin übereinander. Aussagekräftiger ist der Blick von der Seite: Entfernung ab Flåm nach rechts, Höhe nach oben, alle neun Stationen maßstäblich eingetragen.
Man sieht: Die ersten drei Kilometer sind fast flach – bis Håreina gewinnt der Zug keine 50 Meter. Danach beginnt die Rampe. Der Betreiber nennt für den größten Teil der Strecke 55 Promille, also einen Meter Höhe auf 18 Meter Fahrt; Norway’s best spricht von 5,5 Prozent auf 80 Prozent der Länge. Die Kurven sind mit Radien bis hinunter auf 130 Meter für eine Normalspurbahn sehr eng.
Die Stationen der Flåmbahn mit Höhen
| Station | Was dort ist | km ab Flåm | Höhe |
|---|---|---|---|
| Flåm | Bahnhof am Aurlandsfjord, Schalter, Schließfächer, Museum | 0 | 2 m |
| Lunden | Holzbahnsteig am Fluss Flåmselvi | 1,6 | 16 m |
| Håreina | beim alten Ortskern mit der Kirche von 1670 | 3,0 | 48 m |
| Berekvam | Ausweiche auf halber Strecke, Zugkreuzung | 9,7 | 344 m |
| Blomheller | Halt beim Hof Melhus | 11,8 | 458 m |
| Kjosfossen | Fotohalt am Wasserfall, 5 Minuten | 16,1 | 670 m |
| Reinunga | Hochfläche am See Reinungavatnet | 18,0 | 767 m |
| Vatnahalsen | Berghotel, Start der Zipline | 19,1 | 811 m |
| Myrdal | Umstieg zur Bergenbahn, keine Straße | 20,2 | 867 m |
Nicht überall hält jeder Zug von selbst. Halte, die im Fahrplan mit „x“ markiert sind, sind Bedarfshalte: Wer aussteigen will, sagt dem Zugpersonal Bescheid; wer einsteigen will, stellt sich gut sichtbar auf den Bahnsteig.
Flåm bis Berekvam: erst am Fluss, dann die Talwand hinauf
Vom Bahnhof am Fjord folgt das Gleis zunächst dem Fluss am Talboden. Hinter Lunden beginnt es, die Talseite hinaufzusteigen, und du blickst auf den alten Ortskern von Flåm mit seiner Kirche von 1670. Nach dem Furuberg-Tunnel siehst du auf der gegenüberliegenden Talseite den Wasserfall Rjoandefossen.
Dann quert die Bahn das Tal auf einem großen Damm; der Fluss läuft darunter durch einen Tunnel. Links oben am Hang kleben die Berghöfe Ryo, Holo und Geisme, weiter talaufwärts der Hof Vidme. In Berekvam, auf 344 Metern und ziemlich genau auf halber Strecke, liegt die einzige Ausweiche. Im Sommer kreuzen hier die Züge – die Weichen werden von Hand gestellt, und weil es nur an einem Gleis einen Bahnsteig gibt, können immer nur die Fahrgäste eines Zuges ein- und aussteigen.
Berekvam bis Kjosfossen: die Schlucht
Hinter Berekvam wird das Tal eng. Das Gleis drückt sich dicht über den Stromschnellen in den Hang, geht durch eine Reihe kurzer Tunnel und wechselt auf einem zweiten Damm erneut die Talseite. Die Aussicht liegt jetzt rechts. Zwischen zwei langen Tunneln öffnet sich der Blick hinunter auf den Hof Kårdal und den Kårdalsfossen.
Nach dem Nåli-Tunnel, dem längsten der Strecke, hat der Zug die steile Wand buchstäblich erklettert. Von hier siehst du, wie es weitergeht: Schneeschutzgalerien auf drei Ebenen übereinander, ganz oben ein Stück der Bergenbahn – und daneben den alten Bauweg Rallarvegen, der sich im Zickzack den Myrdalsberg hinaufzieht.

Der Halt am Kjosfossen: fünf Minuten am Wasserfall
Der Kjosfossen ist 225 Meter hoch und fällt in mehreren Stufen vom See Reinungavatnet herab, zuletzt in einen Tunnel unter dem Gleis. Den Halt gibt es seit 1951 allein deshalb, damit Fahrgäste aussteigen und schauen können. Der Zug steht fünf Minuten. Bei viel Wasser wirst du auf der Plattform nass.
Neben dem Wasserfall steht ein Kraftwerk. Es nutzt das Wasser aus dem Hochgebirge und liefert unter anderem den Strom für die Flåmbahn.
Ehrlich gesagt: Fünf Minuten sind kurz, wenn ein voller Zug gleichzeitig ans Geländer will. Wer im Rollstuhl reist, hat hier das Nachsehen: Der Halt ist laut Betreiber nicht rollstuhlgängig, und vom Wagen mit den Rollstuhlplätzen aus ist der Wasserfall nicht zu sehen.
Kjosfossen bis Myrdal: Kehrtunnel und Hufeisen
Der Abschnitt hinter dem Wasserfall war der schwierigste des ganzen Baus. Um die Steigung zu verteilen, legten die Ingenieure einen Tunnel an, der im Berg eine Wende um 180 Grad beschreibt. Aus einer Schneeschutzgalerie heraus blickst du rechts noch einmal das Flåmsdalen hinunter, gleich darauf links durch einen Spalt im Fels.
Dann bist du auf der Hochfläche von Reinunga, am See, aus dem der Kjosfossen kommt. Die Halte Kjosfossen und Reinunga liegen in der Luftlinie nur 400 Meter auseinander – auf dem Gleis sind es über zwei Kilometer. Es folgt eine zweite 180-Grad-Wende, diesmal unter freiem Himmel, hinauf nach Vatnahalsen. Dort liegen zwei Ebenen des Gleises fast senkrecht unter dir.
Die letzten Minuten bis Myrdal verlaufen fast nur noch in Tunneln und Galerien. Myrdal selbst liegt zwischen zwei Tunneln der Bergenbahn.
Flåmbahn: Auf welcher Seite sitzen?
Eine Empfehlung des Betreibers gibt es nicht – und aus seiner eigenen Streckenbeschreibung wird klar, warum: Die Aussicht wechselt mehrmals die Seite. Auf der Bergfahrt ist es so:
| Abschnitt | Was | Seite bergauf |
|---|---|---|
| nach der ersten Talquerung | Berghöfe Ryo, Holo, Geisme | links |
| nach Berekvam, zweite Talquerung | Schlucht, Blick auf Kårdal und Kårdalsfossen | rechts |
| nach dem Kehrtunnel | Blick aus der Galerie das Flåmsdalen hinunter | rechts |
| kurz danach | Blick durch den Felsspalt | links |
| Kjosfossen | Wasserfall | aussteigen |
Auf welcher Seite der Rjoandefossen liegt, sagt der Betreiber nicht ausdrücklich – nur „auf der anderen Talseite“. Wir raten deshalb nicht.
Faustregel: Wer hinauf und wieder hinunter fährt, sieht ohnehin beide Seiten. Setz dich auf der Talfahrt wieder auf dieselbe Seite in Fahrtrichtung wie bergauf – dann schaust du auf die andere Talseite.
Feste Plätze für Einzelreisende nennt der Betreiber nicht; reservierte Sitze sagt er nur Gruppen ab zehn Personen zu. Klassen gibt es keine.
Die Strecke zu Fuß oder mit dem Rad hinunter
Neben dem Gleis führt der Rallarvegen ins Tal, der alte Bauweg aus der Zeit der Bergenbahn, heute Wander- und Radweg. Verlaufen kannst du dich nicht: Es gibt nur diesen einen Weg hinunter. Der Betreiber rechnet mit vier bis sechs Stunden zu Fuß von Myrdal nach Flåm und mit zwei bis drei Stunden auf dem Rad. Das steilste Stück liegt gleich oben, rund 3,5 Kilometer bis Kårdal; der Betreiber selbst empfiehlt, es zu gehen und erst unten aufs Rad zu steigen.
Ehrlich gesagt: Dafür brauchst du nur eine einfache Bergfahrt – aber einen halben Tag Zeit und trockenes Wetter. Mit einer Liegezeit von ein paar Stunden lass es.
Was die Fahrt kostet und wie du buchst, steht unter Flåmbahn-Tickets. Fahrplan, Anreise und die Frage, ob es sich lohnt, findest du auf der Hauptseite zur Flåmbahn; wer ohne Tour anreist, liest Flåmbahn auf eigene Faust.
Woher die Zahlen stammen
| Angabe | Quelle | Geprüft |
|---|---|---|
| Streckenbeschreibung, Aussicht links und rechts, 55 ‰, Kurvenradius 130 m, Nåli-Tunnel, Kehrtunnel, Vatnahalsen | Flåmsbana AS – Beschreibung der Strecke | 21.09.2026 |
| Stationen: Lunden, Håreina (Kirche 1670), Berekvam (Kreuzung), Blomheller, Kjosfossen (225 m, Halt seit 1951, Kraftwerk), Reinunga (400 m Luftlinie), Myrdal | Flåmsbana AS – Stationen und Halte | 21.09.2026 |
| Höhen und Kilometer aller Stationen | Bane NOR – Stationsseiten (Myrdal, Flåm und Zwischenhalte) | 21.09.2026 |
| 20 km, 20 Tunnel (18 von Hand), 5,5 % auf 80 % der Strecke, Bau 1923–1940, 5 Minuten Halt | Norway’s best – Die Flåmbahn Rundreise | 21.09.2026 |
| Fahrzeit, Bedarfshalte, Rollstuhl am Kjosfossen, Gruppenplätze, Gehzeit und Radzeit, 3,5 km bis Kårdal | Flåmsbana AS – Häufige Fragen | 21.09.2026 |
Bildnachweis
- Blick aus dem Zug: Karen, CC BY 2.0
- Halt am Kjosfossen: Superbass, CC BY-SA 4.0