Peak by Rail
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Gelände am Obersalzberg mit dem Gebäude der Dokumentation, Fußwegen und Blick über das Tal unter tiefen Wolken
  1. Gipfel
  2. Kehlsteinhaus
  3. Obersalzberg

Berchtesgaden · rund 1.000 mObersalzberg

Ein Berghang über Berchtesgaden, zwischen 1933 und 1945 das zweite Machtzentrum des NS-Staates. Heute findest du hier die Dokumentation Obersalzberg mit der Bunkeranlage, die Abfahrt der Kehlsteinbusse – und kaum noch ein Gebäude aus jener Zeit.

Die kurze Antwort
4,50 €
Eintritt Dokumentation Obersalzberg, Bunkeranlage inklusive · bis 18 Jahre frei
Was du besuchen kannst
  1. Dokumentation 1,5–2 Std.
  2. Bunkeranlage Teil der Ausstellung
  3. Kehlsteinbus Abfahrt nebenan
Mit dem Kehlsteinticket ist der Eintritt in die Dokumentation am selben Tag frei.
Hinkommen
Bus 838 ab Bahnhof
12 min
Dokumentation
9–17 Uhr
Parken
gebührenpflichtig

Angaben geprüft am 21.09.2026 · Quellen: Dokumentation Obersalzberg, RVO, Historisches Lexikon Bayerns · Foto: Anil Öztas, CC BY 4.0

Was der Obersalzberg war

Der Obersalzberg liegt auf rund 1.000 Metern Höhe über Berchtesgaden. Bis in die 1930er-Jahre war er ein Bergbauerndorf mit Pensionen und Ferienhäusern, seit 1921 heilklimatischer Höhenkurort. Adolf Hitler kam 1923 zum ersten Mal hierher, mietete 1928 das Haus Wachenfeld und kaufte es 1933.

Danach wurde der Hang umgebaut. Haus Wachenfeld wurde bis 1936 zum Berghof erweitert, rundherum entstand ein abgeriegeltes „Führersperrgebiet“ mit SS-Kaserne, Gutshof und Siedlungen für Angestellte. Martin Bormann kaufte die Grundstücke für die NSDAP auf; wer nicht verkaufen wollte, wurde unter Druck gesetzt, bis hin zur Androhung von KZ-Haft. 1937 hörte das Dorf Obersalzberg auf zu bestehen.

Hitler verbrachte zwischen 1933 und 1944 über 1.000 Tage hier – rund ein Viertel seiner Regierungszeit. Der Berghof war nach Berlin das wichtigste Herrschaftszentrum des NS-Staates. Hier wurden Entscheidungen über Verfolgung, Krieg und Völkermord vorbereitet und getroffen. Deshalb sprechen Historiker von einem Täterort, nicht von einem Feriendomizil.

Ab Juli 1943 ließ die Parteiführung ein weitläufiges Bunkersystem in den Berg treiben. Gebaut haben es mehrere Tausend Zwangsarbeiter aus vielen Ländern, untergebracht in Lagern am und um den Obersalzberg. Am 25. April 1945 bombardierte die britische Royal Air Force das Gelände; am 4. Mai erreichten alliierte Truppen den Berghof.

Obersalzberg heute: was noch steht und was nicht

Wenig. Die amerikanische Besatzungsmacht setzte am 30. April 1952 die Sprengung der Berghof-Ruine durch, die übrigen Reste wurden beseitigt, die Bunkerzugänge vermauert, das Gelände aufgeforstet. Bis 1996 nutzte die US-Armee Teile des Areals als Erholungszentrum. Wo der Berghof stand, wächst heute Wald; eine Texttafel informiert knapp über den Ort.

Wer heute zum Obersalzberg fährt, findet deshalb vor allem drei Dinge:

  • Die Dokumentation Obersalzberg – ein Lern- und Erinnerungsort des Instituts für Zeitgeschichte, eröffnet 1999, mit einem Neubau und der neuen Dauerausstellung „Idyll und Verbrechen“ seit September 2023.
  • Die Bunkeranlage – das größte Exponat der Ausstellung, zugänglich über die Dokumentation.
  • Die Busabfahrt zum Kehlsteinhaus – gleich neben der Dokumentation. Das Kehlsteinhaus, 1937/38 als Repräsentationsbau errichtet, hat den Luftangriff unbeschädigt überstanden und ist seit 1952 Berggaststätte.

Daneben steht seit 2005 ein Hotel, heute das Kempinski Hotel Berchtesgaden. Es ist die zweite Hälfte des „Zwei-Säulen-Konzepts“, das die Staatsregierung nach dem Abzug der US-Armee entwickelt hat: die Dokumentation auf der einen Seite, ein Hotel auf der anderen.

Betongang und Treppe in der Bunkeranlage unter dem Obersalzberg
Bunkeranlage, zugänglich über die Dokumentation Obersalzberg. Foto: Anil Öztas, CC BY 4.0, entsättigt

Dokumentation und Bunkeranlage: die Eckdaten

Geöffnet
9 – 17 Uhr, täglich
Letzter Einlass
16 Uhr
Eintritt
4,50
Mit Gästekarte
3,50
Bis 18 Jahre
frei

Die Bunkeranlage ist während der Öffnungszeiten Teil der Dauerausstellung und kostet nichts extra. Für Ausstellung und Bunker empfiehlt das Haus anderthalb bis zwei Stunden. Alles Weitere – Führungen, Schließtage, Barrierefreiheit – steht auf der Seite zur Dokumentation Obersalzberg.

Ehrlich gesagt: Wer nur das Kehlsteinhaus besucht, erfährt über diesen Ort fast nichts. Oben steht ein Wirtshaus mit Aussicht. Wenn du nur Zeit für eines von beiden hast und dich die Geschichte interessiert, ist die Dokumentation die bessere Wahl – und sie kostet 4,50 € statt 34,70 €.

Obersalzberg–Berchtesgaden: so kommst du hinauf

Mit dem Bus: Vom Bahnhof Berchtesgaden (ZOB) fährt die RVO-Linie 838 zur Haltestelle „Dokumentation Obersalzberg“. Die Fahrt dauert 12 Minuten. Im Sommerfahrplan 2026 (24. Mai bis 24. Oktober) geht der erste Bus montags bis samstags um 7:35 Uhr, danach von 9:15 bis 11:15 Uhr alle halbe Stunde, nachmittags etwa stündlich. Sonntags fährt der erste Bus erst um 9:15 Uhr.

Mit dem Auto: Von der A8 über Bad Reichenhall oder Salzburg Süd nach Berchtesgaden, dann über die Obersalzbergstraße hinauf. Adresse fürs Navi: Salzbergstraße 45, 83471 Berchtesgaden.

Quelle: RVO-Fahrplan Linie 838, gültig 24.05.–24.10.2026 (Stand 24.02.2026), geprüft am 21.09.2026. Auswahl; vollständiger Fahrplan beim RVO.
Linie 838Mo–FrSamstagSonn-/Feiertag
Erste Fahrt ab Berchtesgaden Bahnhof7:357:359:15
Vormittags9:15–11:15 alle 30 min9:15–11:15 alle 30 min9:15–11:15 alle 30 min
Letzte Rückfahrt ab Dokumentation18:3917:3917:39

Parkplatz Obersalzberg: wo du parkst

Du parkst auf den Parkplätzen 1 und 2 am Obersalzberg; dort ist auch die Abfahrt der Kehlsteinbusse. Beide sind gebührenpflichtig; der Zweckverband empfiehlt zum Bezahlen die Parkster-App. Behindertenparkplätze sind auf P2 ausgewiesen, von dort ist die Dokumentation ebenerdig erreichbar. Reisebusse müssen über die Roßfeldstraße anfahren.

Die Höhe der Parkgebühr nennen weder der Betreiber noch die Dokumentation auf ihren Seiten – sie steht am Automaten und in der App. Rechne sie zum Ticketpreis dazu. Samstags ist die Kehlsteinlinie laut Betreiber am stärksten ausgelastet. Mehr dazu unter Bus, Anreise und Parkplatz.

Wie viel Zeit du einplanen solltest

Dokumentation + Bunker
1,5–2 Std.
Kurzrundgang mit Guide-Gerät
40 min
Kehlsteinhaus mit Bus
2 Std.

Für das Kehlsteinhaus rechnet der Betreiber mit zwei Stunden einschließlich Hin- und Rückfahrt. Zusammen mit der Dokumentation ist das ein halber Tag, mit Anreise und einer Pause ein ganzer.

Faustregel: Bei klarer Sicht zuerst auf den Kehlstein, danach in die Dokumentation – das Kehlsteinticket gilt dort am selben Tag als Eintritt, letzter Einlass ist um 16 Uhr. Bei Wolken umgekehrt: erst die Dokumentation, und oben nur, wenn es aufreißt.

Direkt an der Dokumentation beginnt außerdem der Carl-von-Linde-Weg, ein fast ebener Spazierweg am Hang entlang. Für Kinder empfiehlt die Dokumentation den Besuch ab 12 Jahren, mit dem Kinder-Audioguide ab 8 Jahren.

Beleg

Woher die Angaben stammen

AngabeQuelleGeprüft
Geschichte des Obersalzbergs: Jahreszahlen, über 1.000 Tage, Vertreibung, Bunkerbau, Zwangsarbeit, Luftangriff, Sprengung 1952, Hotel 2005Sven Keller: Obersalzberg, Historisches Lexikon Bayerns21.09.2026
Höhenkurort 1921, US-Nutzung bis 1996, Eröffnung 1999Dokumentation Obersalzberg – Historischer Ort21.09.2026
Öffnungszeiten, Eintritt, BunkeranlageDokumentation Obersalzberg – Besuch21.09.2026
Besuchsdauer, Altersempfehlung, Carl-von-Linde-WegZweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden – Dokumentation Obersalzberg21.09.2026
Neubau und Dauerausstellung seit September 2023Institut für Zeitgeschichte München–Berlin21.09.2026
Buslinie 838: Fahrzeit, AbfahrtenRVO-Fahrplan Linie 838, gültig 24.05.–24.10.202621.09.2026
Anfahrt, Parkplätze 1 + 2, Parkster, Auslastung, Aufenthaltsdauer KehlsteinZweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden – Kehlsteinhaus21.09.2026
Behindertenparkplätze P2Dokumentation Obersalzberg – Barrierefreiheit21.09.2026
Kehlsteinticket gilt als Eintritt, 34,70 €Preisblatt „Fahrpreise Kehlstein 2026“21.09.2026